Lichtdruck

Als Einstieg in die Thematik empfehlen wir die Filme aus der offizin, aus Leipzig und Kyoto, die einen Einblick in die Arbeitsweise geben...



100x100edition-Test in Leipzig

Imagefilm von benrido


Film über benrido von Fritz Schumann


Geschichtliches

Loise-Alphonse Poitevin

Joseph Albert 

Jakub Husník


Als die Fotografie erfunden war, machten sich viele Menschen Gedanken darüber, wie man die Bilder verfielfältigen könne. Die Möglichkeit Abzüge im Labor zu erstellen und diese einzeln zu Entwickeln, zu Fixieren, zu Wässern und zu Trocknen war der erste Schritt doch sehr zeit- und kostenintensiv.

 

Man suchte nach einer Möglichkeit auf Papier zu drucken, um Fotografien in Büchern oder als Abbildung nutzen zu können und entdeckte 1855 Gelatine als Druckform. 1867 ließ sich Joseph Albert den Lichtdruck patentieren, nachdem es gelang, die Druckschicht auf Glasplatten mechanisch zu fixieren und so hohe Auflagen zu realisieren.

Das Lichtdruckverfahren, fand in der Blütezeit um die Jahrhundertwende in ca. 200 Druckereien allein und Deutschland Anwendungen. Eingesetzt wurde es primär für die Herstellung von Ansichtskarten und beiliegenden Illustrationen für hochwertige Bücher.



Das Verfahren

Auffällig an einem Lichtdruck ist der Detailreichtum (Schärfe) und die Tiefe. Charakteristisch ist das Runzelkorn, das erst bei starker Vergrößerung sichtbar wird.

Die Basis des Verfahrens ist (lichtempfindliche) Gelatine, die auf eine Glasplatte gegossen wird und mittels eines Lichtgerbungsprozess und dem Zusammenspiel mit Feuchtung echte Halbtöne entstehen lässt, die auf verschiedensten Materialien wiedergegeben werden können.

 

Die analoge und organische Druckvorlage entsteht als Unikat, was das Verfahren gerade zu prädestiniert, um künstlerische Arbeiten als Editionen zu drucken. Die Ergebnisse stellen eine eigenständige Kunstform dar und erreichen "Museumsqualität" in puncto Detailtreue und  Haltbarkeit.

 

Die Qualität gilt bis heute als erste Wahl für die Langzeitarchivierung und Reproduktion von Originalen (Faksimile), bei der bis zu 12 Farben nacheinander gedruckt werden.

Handbuch über das Lichtdruckverfahren für Hand- und Schnellpressen von Julius Allgeyer

Herausgegeben von Karl Scholze, Leipzig 1881

Eines der Standardwerke zum Thema Lichtdruck zum Herunterladen und lesen...

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Handbuch Lichtdruckverfahren.pdf
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Lichtdruck 2.0

Die Fachliteratur, die wir aufmerksam und mit Freude studiert haben, mahnt die Sorgfalt, Ruhe und Verantwortung, die dem Lichtdruck innewohnt, ermutigt aber auch (nach reiflicher Überlegung!) sich selbst in der Theorie und Praxis zu versuchen, da die Faszination und das Ergebnis die Mühe wert sind.

 

Von Beginn an hatte man mit schwankenden klimatischen Bedingungen, Beschaffung und Qualität der Grundsubstanzen sowie variablen Lichtverhältnissen bei der Belichtung zu kämpfen, was eine intensive Lehrzeit und Erfahrung nötig machte.

 

Wir bauen eine neue, moderne Lichtdruckerei auf, bei der die einzelnen Prozessschritte mit den heutigen technischen Möglichkeiten umgesetzt werden.

 

So werden wir beispielsweise Klimatechnik einsetzen, eine neue Form der Druckvorlagenherstellung entwickeln, eigenes Papier produzieren lassen und darüber hinaus die Kommunikationswege der heutigen Zeit nutzen, um die Ergebnisse in Eigenregie vorzustellen und zu vermarkten.

 

Mit diesen Maßnahmen werden wir dem Lichtdruck eine Zukunft geben.

 

Herz und Seele unseres (zukünftigen) Tuns ist die "Faber & Schleicher 2169" von 1897, die von Auszubildenden bei manroland restauriert wurde und in der offizin wieder ihren Dienst aufnimmt.

 

Mit einem Druckformat von ca. 80 x 60 cm und viel Respekt werden wir mit der "2169" produzieren.



Kulturgut erhalten

In Kooperation mit LichtDruckKunstLeipzig und anderen Enthusiasten möchten wir uns für den Erhalt des Lichtdruckverfahrens stark machen. Dazu gibt es erste Überlegungen und Ansätze, doch ist es noch zu früh, um konkret zu werden...

 

Wir werden auf alle Fälle über die Pläne und Fortschritte berichten.