"Als eine Offizin [ɔfiˈt͡siːn] (von lat. officina „Werkstätte, Arbeitsraum“, auch „Herd, Wirtschaftsgebäude“) bezeichnete man seit dem späten Mittelalter eine Werkstatt mit angeschlossenem Verkaufsraum, die hochwertige Waren produzierte." ...


Der Name ist bzw. soll Programm werden.

In der Tradition der ersten Druckereien möchten auch wir die Produktion und den Verkauf unter einem Dach vereinen.

 

Hauptmotivation ist der Erhalt des Lichtdruckverfahren und die Liebe zur analogen Fotografie.  Wir möchten in Darmstadt eine Anlaufstelle für alle sein, die sich - wie wir - für diese Techniken und Möglichkeiten interessieren.

 

Darüber hinaus ist unser Ziel, Raum und Zeit für Kreativität zu schaffen und Möglichkeiten zu bieten, verschiedene Techniken im Rahmen von Workshops selber kennen zu lernen und zu praktizieren.

 

Im Sommer 2015 werden wir offiziell eröffnen... 



Das Team

Wolfgang Blauert

Drucker

Künstler

Museumspädagoge

Holger Lübbe

Kommunikationsdesigner

Rettungssanitäter

Schreiner



Der Weg

Die Idee Lichtdruck zu machen, entstand bereits 2009, als wir uns im Haus für Industriekultur in Darmstadt trafen und als Drucker und Fotograf ins Gespräch kamen. Im Foyer des Hauses steht eine "Faber & Schleicher 2169", eine Schnelldruckprüesse aus dem Jahre 1897, die von Auszubildenden bei manroland restauriert wurde. Wolfgang schwärmte von den Ergebnissen, die der Lichtdruck bietet und ich als Fotograf bekam große Ohren.

Nach eingängiger Recherche und intensiver Überlegung wuchs der Plan heran, die "2169" wieder in Betrieb zu nehmen. Wir machten erste praktische Versuche Gelatine zu giessen, zu belichten und zu drucken, was unter den gegebenen Umständen auch gelang und optimistisch stimmte.

Schnell war klar, dass dieses Vorhaben nicht am aktuellen Ort umgesetzt werden könnte, was dazu führte, dass wir auf der Suche nach geeigneten Räumen waren. Parallel zur Standortsuche machten wir uns intensiv Gedanken über die Technik und die langfristige Machbarkeit. Die Suche nach (noch) aktiven Lichtdruckern führte uns nach Leipzig, wo Janine Kittler als erste Frau der Zunft, eine Lehre absolviert hatte und die Druckerei im Druckmuseum Leipzig weiterführen sollte. Ihre Begeisterung für den Lichtdruck und das Engagement machten Mut und wir beschlossen, gemeinsam für den Erhalt des Verfahrens aktiv zu werden. Das Netzwerk erweitert sich um die ehemalige Lichtdruckwerkstatt in Dresden und anderer Enthusiasten. Schnell kristallisierten sich die gemeinsamen Probleme bei die Herstellung von geeigneten Negativen für die Druckvorlagenherstellung heraus, die einen Fortbestand des Verfahrens extrem schwierig gestalten würden. Es gelang uns eine Alternative zu finden, die statt fotografischem Film und Reprokamera, auf Tintendruck basiert und so eine digitale Druckvorstufe ermöglichte. Auch die anderen Prosezzschritte, kamen in puncto Zukunftssicherheit auf den Prüfstand und wurden überarbeitet. "Lichtdruck 2.0" war das erklärte Ziel, das dem Lichtdruck eine Zukunft geben soll.

 

Ende 2013 fanden wir in Darmstadt, Bessunger dann eine Druckerei, die zum Verkauf stand und die Voraussetzungen mehr als erfüllte. Es gelang uns Kaufinteressenten im Freundeskreis zu finden, die unser Vorhaben unterstützen wollten und aktiv wurden. Danke dafür!

 

Über die Druckwerkstatt hinaus bieten sich hier Möglichkeiten, eine Galerie, einen Verkaufsraum und Platz für Workshops zu haben. Die Fotografie als weiteres Standbein hielt Einzug in die Überlegungen und hat nun ihren festen Platz. Hier liegt der Fokus im Analogen und der Arbeit mit großen Formaten, da sie die Basis der Technik ist und im Zuge der Digitalisierung droht in Vergessenheit zu geraten. Diese Nische hat zwar viele kreative Freunde aber wenig Anlaufstationen. Mit Workshopangeboten, einem (Miet-) Fotolabor, Ausstellungsmöglichkeiten und dem Verkauf von (gebrauchtem) Equipment und Verbrauchsmaterial möchten wir einen neuen "Zufluchtsort" etablieren. 

 

Nun ging es daran die organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Gespräche mit der IHK, Banken, Steuerberater, ... einerseits und potentiellen Kunden und Auftraggebern anderseits trafen auf Zustimmung und bescherten uns interessante Kontakte.

 

Fotoeditionen zu drucken war das erklärte Ziel, doch wollten wir auch von Beginn an, dass viele Menschen in "den Genuss" kommen und ersonnen die 100x100edition. Eine Sammlung von Motiven verschiedener Kunstschaffenden, die allgemeinverständlich Einblick in ein Thema bietet. Ein Kunstprojekt, das uns mit einem Buch und einer Wanderausstellung ca. ein Jahr lang auf Trapp halten wird. Die Produktion und den Verkauf in Eigenregie an einem Ort zu realisieren ist die wirtschaftliche Basis und führte zum Namen offizin.

 

Eine künstlerische Arbeit als Druckedition auf zu legen erweitert die Zielgruppe quantitativ und qualitativ.

Mit einer Präsentations- und Verkaufsplattform bieten wir Kunstschaffenden ein neues Marketinginstrument sowie eine zusätzliche Einnahmequelle und Kunstinteressierten die Möglichkeit, Arbeiten zu günstigen Preisen zu erstehen.

 

Dahinter steckt viel Aufwand und (damit verbunden) Geld, das wir durch den Verkauf erwirtschaften wollen. Dabei hat die Gewinnmaximierung nicht die erste Priorität sondern der Aufbau eines funktionierenden und nachhaltigen Systems. Menschen für unsere Arbeit zu interessieren bzw. zu begeistern ist eine große Herausforderung, der wir uns stellen, weil wir darin den richtigen Weg sehen, die analoge Fotografie und das Lichtdruckverfahren langfristig als Kulturgut zu erhalten.